Geschichte der Aboriginals
Die Ureinwohner Australiens
Nach heutigen zaehlungen macht die Urbevölkerung Australiens an die 230.000 Menschen aus .Das sind ca. 1,5% der Gesamtbevölkerung. Am 18.01.1788 gingen die Englaender südlich von Sydney in der Botany Bay vor Anker. Nach Schätzungen waren es mindestens 500.000, vielleicht aber auch über 1 Million. Die Engländer hatten Verluste zu verzeichnen, sie verloren die nordamerikanischen Kolonien, und brauchten jetzt Ersatz für ihre Strafkolonien.Mit grosser Brutalität und Menschenverachtung vernichteten sie große Teile der Kultur, die in mindestens 53.000 Jahren entstanden war. Die Engländer behaupteten sie hätten das Land zuerst betreten. Sie gaben den Eingeborenen einfach Englische Namen, und verbot ihnen unter Strafe ihre eigenen ursprünglichen namen auszusprechen,obwohl Aborigine - 'von Anfang an'- bedeutet . Die Aborigines und alle anderen Lebewesen hatten aus englischer Sicht keinen Besitzanspruch auf das Land,und es wurde kurzerhand als "unbewohnt und herrenlos" (terra nullius) eingestuft.
Untersuchungen besagen, das die Aboriginals einst über das Meer aus Südostasien kamen. Man vermutet,in einer "Welle" oder zu zwei verschiedenen Zeiten. Die Geschichte der Aboriginals handelt von der "Traumzeit". In ihr hat alles seinen Ursprung.
Die Aboriginals von heute sind am Ende einer unglaublich langen Entwicklung und Tradition. Der Bruch ist für die Aborigines bis heute ein absolut Traumatisches Ereignis,und wirkt immer noch nachhaltig. Man denke sich einmal die Europäer von heute würden noch das Leben des Cro-Magnon-Menschen führen und sich seine Mythen erzählen.
Die typischen Merkmale des fruehen Menschen bewahren die Aboriginals bis heute:- Leben in unabhängigen Kleinen gruppen
- mit Holz- und Steinwerkzeugen etc. wird auf die Produkte der Natur zurückgriffen
- Anpassung an die Natur,anstatt sie zu Vernichten
Die weißen Kolonialherren sahen die Ureinwohner so:
Sie legen keine Felder an, beackern nicht das Land, bauen keine Haeuser. Sie sind "wild", "barbarisch", "unmoralisch" und "minderwertig"und koennen nicht als vollwertige Menschen anerkannt werden und müssen kirchlich und militärisch missioniert werden. Aus der Sicht eines Aborigine Land kein "Besitz", sondern ein lebendiger Organismus, zu dem er selbst ebenso gehoert wie die Tiere und Pflanzen. Der einzige Eingriff in die Natur war das kontrollierte Abbrennen des Buschlandes.Sie bauten keine Strassen und Haeuser,daher kam der Ureinwohner fuer die Englaender als Landbesitzer gar nicht erst in Betracht und wurde erst als Lästling verjagt und dann, als er sich wehrte, erbarmungslos verfolgt und getoetet.
Die Kultur der Ureinwohner ist der Ausdruck einer überlieferten Lebens- und Überlebenskunst. Die Aborigines mussten sich an vielfältige Umweltbedingungen auf ihrem riesigen Kontinents anpassen,daher sind auch ihre Kulturen teilweise sehr unterschiedlich, aber auch in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich.
In ihren Geschichten führen die Ureinwohner ihre tiefe, religiöse Verbundenheit mit ihrem Land auf die "Traumzeit" zurück, als ihre tierischen Vorfahren das Land in seiner heutigen daseinsform, mit Flüssen, Pflanzen, Tieren und Menschen schufen. Dieser Glaube dokumentiert heute noch das Totem bzw. "Dreaming" eines Menschen.
Aborigines sind nicht in "Stämmen", bzw. in größeren Einheiten organisiert, sondern in Familien und Kleingruppen, die mehrere Familien umfassen. Diese nennen sich"Clans", es sind Gruppenmitglieder, die vom selben mythischen Vorfahr abstammen.
Die Lebensverhaeltnisse im zentralaustralischen outback sind extrem.Die Wasser- und Nahrungsquellen so knapp, daß Menschen nur in kleinen Gruppen überleben konnten. Die nächste Gruppe war oft sehr weit weg, die Gefahr von Inzucht bestand. Die Aborigines bedachten dieses Problem, indem jedes neue Gruppenmitglied einen von acht weiblichen bzw. acht männlichen Namen bekam, der aber nicht frei vergeben wurde, sondern von den Namen der Eltern abhing. Zudem bestimmte der Name auch den zukünftigen Ehepartner, der aber nicht derselben Generation angehören durfte. Während die Frauen bereits in sehr jungen Jahren heirateten und wegen der großen körperlichen Entbehrungen nur wenige Jahre lang Kinder bekommen konnten, mußten sich Männer erst jahrelang als Jäger im Busch "bewähren", dann erst durften sie zur Gruppe zurückkehrten und heiraten.
Aborigines sind mit ihren Land auf engste Weise verbunden, und haben daher auch umfassende Kenntnisse von dem im Land lebenden Pflanzen und Tieren, und den Zeichen der Natur. Das vielfältige pflanzliche und tierische Nahrungsangebot, das der Busch zum Überleben bereithält, bezeichnet man im Englischen als bush tucker.
Die Ureinwohner Australiens haben Werkzeug seit Beginn der Besiedlung benutzt,dies ist nachgewiesen.Fuer den Nahrungserwerb gebrauchten sie drei Geräte: der Grabstock, der Wurfstock (boomerang) und der Speer.
Grabstöcke wurden zum Ausgraben von Wurzeln, Knollen und Insekten benutzt. Ein sehr proteinhaltiger Leckerbissen, der ausgegraben werden muß ,ist der Engerling des Witchetty-Busches (witchetty grub), der in seinen verdickten Wurzeln gefunden wird.
Der boomerang soll das Opfer treffen und so weit verletzen oder benommen machen, daß der Jäger es mit dem Speer oder der Keule töten kann. Ueber den Schilfgürtel eines billabongs geworfen, schreckt der erste boomerang die versteckten Vögel auf; der zweite oder dritte trifft dann ein Tier. Der boomerang wird auch als Schaufel oder Sichel benutzt.
Speere wurden und werden in unterschiedlichen Formen für unterschiedliche Zwecke bzw. Beute hergestellt. Typisch ist der Gebrauch eines "Speerwerfers" (woomera).
Die Kunst der Aborigines ist ein wichtiger Ausdruck Ihrer Religiosität. Aborigine-Kunst ist so alt wie die menschliche Existenz auf dem australischen Kontinent. Es gibt Höhlen- und Felsmalerei, Felsgravuren, Sandgemälde, Rindenmalerei und Holzarbeiten. Dargestellt werden Geister, Menschen, Tiere, Fabelwesen, Pflanzen und Landschaftsformen. Man spricht hier von der Malerei im Roentgenstil.
Bilder mit ihren typischen Motiven werde heute mit Acrylfarben statt mit Ocker gemalt. Sie sind heute eine wichtige Einnahmequelle der Aborigines.
Das bekannteste Musikinstument der Aborigines ist das Didgeridoo. Es ist ein ca. 2 m langes, "primitives" hölzernes Blasinstrument, hergestellt aus einem Stamm oder Ast, der bereits von Termiten ausgehölt wurde,von den Ureinwohnern wird es dann noch einmal so lange bearbeitet bis durch hineinbalsen eine Resonanz erzeugt wird. Der Klang ist sehr individuell.
Es gibt auch neben diesem Blasinstrument noch die clapsticks, Schlagstöcke, die die menschliche Stimme und didgeridoo rhythmisch unterstuetzen. Beide Instrumente und Gesang kommen bei festlichen Aufführungen (corroborees) stundenlang zum Einsatz.





