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Schmarotzer Australien

Studie stellt fest: Backpacker gelten als Schmarotzer
Rucksacktouristen sind in Australiens Alltag ein häufiges Phänomen: Sie sind in den Restaurants und Kneipen, auf den Straßen und in den Bussen zu finden. Die so genannten Backpacker sind Touristen, die ein Land für längere Zeit bereisen und meist nur wenige Tage an einem Fleck verweilen. Dabei haben sie ihr gesamtes Hab und Gut immer in ihren Rucksäcken auf dem Rücken dabei.

Diese besondere Art des Tourismus wurde nun in einer Studie der Universität Sydney untersucht und es wurde Überraschendes festgestellt:

In allen touristisch interessanten Ländern der gesamten Welt gibt es das Backpacker-Phänomen. In Australien jedoch haben diese meist sehr jungen Touristen einen eher schlechten Ruf. Bei vielen Australiern rufe das Wort „Backpacker“ schon negative Assoziationen hervor. Denn meist gelten sie als Schmarotzer, die besonders viel in Pubs rumhängen und zu viel Alkohol konsumieren.

In Australien waren im Jahr 2006 mehr als eine halbe Million Touristen als Backpacker unterwegs. Das waren mehr als im Jahr 2000, als die Olympischen Spiele zu Gast in Sydney waren. Der Aufenthalt belief sich auf durchschnittlich zehn Wochen und sie gaben im Schnitt 5000 Dollar aus.

Doch ein Ergebnis der nun vorgelegten Studie der Universität ist, dass der Begriff „Backpacker“ für Individualreisende als pauschale Bezeichnung nicht mehr zeitgemäß ist, da die verschiedensten Ausprägungen dieser Reiseform existieren. Das Wort „Backpacker“ kam in den siebziger Jahren in Mode und bezeichnete Touristen, die bewusst keine Pauschalreise buchten, um vor Ort flexibel reisen zu können.

Heute existieren verschiedene Formen des Phänomens: Einerseits gibt es die vor allem jungen Reisenden, die mit ihrem Rucksack auf den Rücken geschnallt, ohne konkrete Reisepläne, durch das Land ziehen und bleiben, wo es ihnen gefällt. Weiter gibt es ältere Reisende, die mit einem Wohnwagen Australien auf den Straßen erkunden und „Graue Nomaden“ genannt werden. Immer mehr im Kommen sind auch die besser situierten Touristen, so genannten „Flashpacker“, die nicht mehr versuchen, in den billigsten Absteigen unterzukommen, sondern teurere Unterkünfte mieten und mit ihren Laptops, Kameras und allerlei elektronischer Ausrüstung durch die Lande ziehen.

Backpacker stehen in Australien oft vor großen Problemen, neben der Ablehnung vieler Australier, haben sie auch mit einer schlechten Unterkunftssituation zu kämpfen. Da viele Unterkünfte auch im vermeintlichen Backpacker-Paradies Australien überteuert und oft ausgebucht sind. Vor allem diejenigen Reisenden, die für längere Zeit eine Unterkunft suchen, haben oft Probleme, geeignete Plätze zu finden. Da die preiswerten Jugendherbergen ihre Zimmer nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen.

Die Autoren der Studie sehen in dieser Vielseitigkeit des Backpacker-Phänomens die Chance, den Ruf der Rucksacktouristen zu verbessern. Sie schlagen vor, neue Namen für das Phänomen zu erfinden, um das Image zu verbessern.

Wenn also bekannt wird, dass die Backpacker nicht als schmarotzende Trinker durch die Kneipen ziehen und ihr Image durch die Studie erst einmal aufgebessert ist, wird sich auch die Wohnsituation und die Unterstützung für die Rucksackreisenden deutlich verbessern.

Mareike Nendel

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