Sabine Nielsen - Autorin Melbourne, Victoria, Down Under, Australien, Australia
Sabine Nielsen - Autorin Down Under
Warum ich schreibe ...
Lange habe ich Geschichten in mir herumgetragen, bis ich eines Tages den Mut – und die Zeit – fand, sie aufzuschreiben. Warum ich schreibe? Weil es mir die Gelegenheit gibt, mal ganz andere Leben auszuprobieren!
Auch Häuser faszinieren mich – oft fängt damit die Geschichte an: Ich gehe an einem Haus vorbei und überlege, was für Leute könnten dort wohl leben? Und schon denke ich mir eine Familie aus, schlüpfe hinein in das Leben dieser Menschen, die nur in meinem Kopf existieren und doch ganz eigenwillig ihr eigenes Schicksal bestimmen wollen... So auch die Familie Petersen, die sich in meiner Föhrer Familiensaga regt und dort waltet – und auch mich manchmal überrascht, mit dem, was sie unternehmen.
Meine Bücher erlauben mir, mein Heimweh zu überbrücken – nach Deutschland und nach meiner Heimatinsel. Es macht mir großen Spaß, auf Deutsch zu schreiben. Für mich ist es eine Möglichkeit, mich für eine Weile in den Ort meiner Kindheit und Jugend zu versetzen. Wenn ich schreibe, lebe ich auf Föhr, gehe durch die Straßen Wyks, spaziere am Strand entlang und genieße den Blick aufs Meer! Die Familie Petersen aus der Föhrsaga ist nicht meine wirkliche Familie, aber es ist eine Familie, die zu haben, ich mir vorstellen kann! Die Personen in meinen Geschichten sind erfunden, wie auch die Ereignisse, aber sie sind so schrullig, so herzlich, so tragisch, so liebenswert und so... norddeutsch, wie ich sie mir wünsche!
Handlungsort Föhr... oder Australien
Immer wieder kehre ich zurück auf die Insel, auf der ich geboren wurde und bis zu meinem 20. Lebensjahr lebte. Obwohl ich wie so viele Föhrer Auswanderin wurde, ein faszinierendes Land zu meiner zweiten Heimat gemacht habe, gelingt es mir nicht, mich abzunabeln von der kleinen, grünen Insel, die ich für eine große, trockene getauscht habe.
In Australien lebe ich in Melbourne – ein Glück, finde ich, denn Melbourne in dem Staat Victoria hat einige Ähnlichkeiten mit Deutschland. Victoria heißt auch „der Gartenstaat“: Die Leute hier sind stolz auf ihre Gärten, und das hat mich angesteckt – auch ich bin eine eifrige Gärtnerin geworden. Aber nicht nur die Gärten erfreuen das Gemüt – in Melbourne haben (heimwehkranke?) Einwanderer schon vor über 150 Jahren ganze Alleen von europäischen Bäumen angelegt. In Melbourne gibt es Straßen und Parks, wo man im Herbst durch eine dicke Lage Herbstblätter waten kann und sich zurückversetzt fühlt in die eigene Kindheit. Auch das Klima spielt freundlich mit – obwohl es im Sommer sehr heiß werden kann (bis zu 42 Grad), dauern die heißen Tage selten länger als drei Tage an – und es gibt in Victoria ganz deutlich vier Jahreszeiten. Der Winter bringt frostig kalte Nächte und Schnee auf den Bergen. Der Frühling verheißt uns laue Abende, vom Gesang der Vögel beschwingt. Der Herbst mit seinen milden, stillen Tagen, an denen es scheint, als hielte die Welt den Atem angehalten, und als sei die Natur in goldenes Licht getaucht, versetzt mich immer zurück auf die Insel – wo die Sonne auf dem glattgespannten Meer spielt und die Äcker schwarz gegen die Stoppelfelder leuchten.
Melbourne ist eine gemütliche Stadt und eine Stadt, die von ihren Einwanderern geprägt ist – hier muss man sich Zeit lassen, die ganz verschiedenen Viertel entdecken. Melbourne breitet sich aus wie eine behäbige Dame – im Süden streckt sie sich an der Port Phillip Bay entlang aus – bietet Strände und Esplanaden, Cafés und einen attraktiven Hafen. Im Norden schaut sie ins Land hinein – eine Landschaft geprägt von Eukalyptusbäumen und von leerer Weite. Kliffs und Naturparks, Strände mit wilder Brandung, erstaunliche Farnwälder, Orte, die an den wilden Westen erinnern, Einsamkeit, ausgetrocknete Erde oder ertragreiches Farmland – rundherum um die Stadt findet man die Kontraste, die einen Deutschen immer auf’s Neue erstaunen.
Ganz egal, wie lange man in der Ferne lebt, gewisse Aspekte muten immer wieder befremdlich an – und so fühle ich mich zurückgezogen zu der kleinen Nordseeinsel, wo der Rhythmus des Lebens bestimmt ist von Ebbe und Flut und Generationen von Familien, die sich diesem Rhythmus unterworfen und ihm, wenn nötig, getrotzt haben.
Inzwischen habe ich zwei „Heimaten“ – die Große, Multikulturelle hier...
die Kleine, Gemütliche, Bezaubernde dort.
Sabine Nielsen
PO Box 8036
Armadale VIC 3143
AUSTRALIA
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