Deutsche Schule Melbourne - DSM Speaker Series
Deutsche Schule Melbourne: DSM Speaker Series
„Tuning into Kids“
Sprecher: Dr. Sophie Havighurst und Christiane Kehoe Artikel von: Sabine Nielsen

Erinnert Ihr euch an Euren ersten Schultag? Mal ganz abgesehen von der Schultüte und den lockenden Süßigkeiten, den neuen Blei- und Buntstiften, den blütenweißen Schulheften ... wie fühltet Ihr euch? Freude, Stolz, Erwartung, Aufregung ... und vielleicht auch ein bisschen Furcht, sogar Angst vor all dem Neuen? Vor so vielen Kindern auf dem Schulhof, vor dem Lehrer oder der Lehrerin, die da über Euch ragten? Mir war ganz schön mulmig zu Mute! Das war doch alles ganz neu, gar nicht wie zu Hause wo man doch immerhin eine gewisse Kontrolle über die Geschehnisse hatte, aber hier war die Mama nicht mal schnell in Rufweite, wenn man sich wehtat oder jemand gemein war ... und wenn es einem nicht gefiel, dann musste man trotz allem ausharren, in Deutschland bis zur Mittagszeit. Außerdem regte sich im Hinterkopf das Bewusstsein, dass die Schulzeit, die einem die Eltern und die ältere Schwester wohl angepriesen hatten, lange weitergehen würde ... Jahre, so verstand man.
All diese Gefühle und Erinnerungen wurden erweckt, als wir uns an einem kühlen Melbourner Winterabend in der Deutschen Schule Melbourne in North Fitzroy trafen, um auf roten, kindergerechten Stühlen, umgeben von riesigen Papiersonnenblumen, gefüllt mit echten Sonnenblumenkernen, und Krokodilen, aus deren Papierleibern Kinderphotos lugten, einem Vortrag über „Emotionelly Intelligent Parenting“ zu lauschen. Hm, kann man seine Kinder ‚emotionell’ und gleichzeitig mit ‚Intelligenz’ aufziehen? Schließt das Eine nicht das Andere aus? Bedeutet das Eine nicht, dass das Kind verhätschelt wird, setzt das Andere nicht einen unterkühlten Abstand zum Kind voraus?
„Nein!“, sagen Dr. Sophie Havighurst und Christiane Kehoe, beide vom ‚Mindful Centre’ der Abteilung Psychiatrie, Universität Melbourne, und erläuterten auf leicht verständliche und erheiternde Art und Weise „Tuning into Kids“ – ein Programm, das Eltern und Kindern helfen soll, einander zu verstehen und besser miteinander zu kommunizieren, während es gleichzeitig den Eltern das nötige Werkzeug gibt, Kinder zu verständnisvollen und emotionell gefestigten Erwachsenen zu erziehen. Dazu präsentierten Havighurst, eine Kinderpsychologin und Autorin*, und Kehoe, eine Doktorkandidatin, die hauptsächlich mit Teenagern und deren Eltern arbeitet, einige der grundlegenden Ideen und Übungen, die zu dem Programm "Tuning into Kids“ gehören. Und bevor Ihr stöhnt: „Brauchen wir wirklich noch ein weiteres Erziehungsmodell?“ – dann kann ich Euch versichern, dass dieses Programm relativ leicht anzuwenden ist, und dass es auf den liebevollen Instinkten aufbaut, die Kinder normalerweise in Eltern erwecken! Außerdem verspricht es, den Frust zu lindern, dem Eltern und Kinder im Laufe eines Alltags begegnen. Mmm, kann ein Programm so viel versprechen?
„Ja!“, wurde uns gesagt und bevor wir uns versahen, wurden wir zu „Emotionsdetektiven“ befördert! „Wir“ – das war eine Gruppe von etwa dreißig Eltern, Erziehern und Interessierten, die die Einladung der Deutschen Schule Melbourne (DSM) zu ihrer „Speaker Series“ wahrgenommen hatten.
Diese Gesprächsabende finden regelmäßig statt und bieten ganz verschiedene Themen und Sprecher an. Die DSM ist nicht schwer zu finden: nur einen Block oder zwei von der Nicholson Street entfernt, in einem herrlichen, hundert Jahre alten Backsteingebäude, das bis 2005 als ein katholisches Gymnasium diente. Ein richtiges Schulhaus wie aus meiner Kindheit! Die Klassenräume sind groß, hell und freundlich und die Schule hat reichlich Platz zum Wachsen. Obwohl die Kinder und Lehrer erst vor zwei Jahren eingezogen sind, merkt man sofort, sie ziehen nicht so schnell wieder aus! Inzwischen werden die Klassen Prep bis Grade 4 unterrichtet und schon nächstes Jahr kommen Grade 5 und 6 dazu. Die Schule wird daraufhin auch einen Secondary Zweig aufmachen.
Das Ziel der DSM ist, Kinder „auf ein Leben als Bürger einer zunehmend enger zusammenwachsenden Welt“ vorzubereiten. „Das bilinguale und bikulturelle Schulmodell liefert einerseits die Grundlage für akademischen Erfolg, anderseits schafft es ein Gefühl von Zugehörigkeit und Identität. Der ganzheitliche Ansatz der Schule nährt und zelebriert die Individualität eines jeden Kindes, schätzt unterschiedliche Hintergründe und stärkt interkulturelle Sensibilität und Respekt füreinander. Eine pulsierende, ermutigende und sich sorgende Umgebung liefert die Grundlage dafür, dass Kinder selbstbewusste Persönlichkeiten entwickeln und somit verantwortungsbewusste Mitglieder lokaler und globaler Gemeinschaften werden können“. (Mission der DSM, www.dsm.org.au)
Der Enthusiasmus, mit dem anwesende Eltern über die Schule sprechen, ist mitreißend. Sie freuen sich, dass ihre Kinder mit zwei Sprachen und zwei Kulturen aufwachsen. Dass das Deutsch, das zu Hause gesprochen wird, nicht der Sonderfall ist, sondern an der Schule gefördert wird. In den Anfangsjahren ist der Unterricht zu 80-90% auf Deutsch. Traurig erinnere ich mich, wie sehr ich mir so eine Schule wünschte, als mein Sohn in Melbourne eingeschult wurde. In unserem Deutsch-Australischen Haus war ich die Einzige Deutschsprecherin. Ich war stets bemüht, mit Liedern, Geschichten und Kassetten unseren Deutschen Gesprächsschatz zu erweitern. Außerdem war ich fürs Schreiben und Lesen lernen zuständig.
Aber wie ergeht es Kindern, die vielleicht von einem Deutschen Hintergrund kommen, in deren Heimen aber kein Deutsch gesprochen wird? „Gar kein Problem“, erklärt mir eine junge Deutsche Mutter. Und zeigt mir zwei andere Familien, deren Kinder vor zwei Jahren, ohne eine Wort Deutsch sprechen zu können, an der DSM anfingen, und jetzt fließend Deutsch sprechen. „Und besonders gut ist es, dass hier Deutsch und Englisch gesprochen wird. So lernen die Kinder Beides und lernen das Beides gleichwertig ist.“ Wäre es denn nicht besser, wenn in der Schule nur Deutsch gesprochen würde, frage ich. „Nee“, kommt die prompte Antwort. „Wir leben doch nicht auf einer Insel! Wir hören beides und benutzen beides.“
„To live and learn two cultures“, liest man das Motto der DSM auf deren Homepage. “Mit zwei Kulturen leben, mit zwei Kulturen lernen.“ Die Atmosphäre an der Schule ist willkommen-heißend. Das macht sich auch in der entspannten Art bemerkbar, in der die Anwesenden Fragen an die beiden Vortragende feuern und sich gegenseitig zustimmen oder unterstützen.
Aber zurück zu den „Detektiven“ und der Frage: Erinnert Ihr Euch an Euren ersten Schultag? In kleinen Grüppchen sollen wir eine Parallelsituation finden, die uns Erwachsenen bekannt ist. (Und ähnliche tückische Situationen, wie: ‚Deine Eltern befehlen dir, dein neues Spielzeug mit anderen zu teilen!’ oder ‚Geburt eines Geschwisterchens’ sollen wir erarbeiten.) Es fällt uns nicht schwer, den ersten Schultag mit dem Antritt einer neuen Stelle zu vergleichen! Der kreiselnde Magen, die würgende Übelkeit, das Herzflattern. Der dringende Wunsch, den Chef zu beeindrucken und den Kollegen zu gefallen. Die Furcht, den Anforderungen, der neuen Stelle womöglich nicht gerecht zu werden ... Die Liste wird lang. Wir sehen uns erstaunt an, haben unsere Kinder so ihren ersten Schultag erlebt?
Eine der Anwesenden drückt mit Überraschung aus, was vielen von uns widerfährt: „Plötzlich erinnere ich mich ganz klar, wie ich mich als Kind gefühlt habe!“ Kopfnicken und ein Murmeln der Bestätigung läuft durch den Raum. Und genau das wollen Dr. Havighurst und Ms Kehoe ja auch erreichen, dass wir uns ins Kind versetzen. Denn, so erklären sie uns, es ist wichtig für das Kind, das seine Gefühle erkannt und akzeptiert werden. Es hilft dem Kind nicht, wenn es einer neuen Situation mit Zweifeln und Misstrauen entgegenschaut, die Eltern aber betont fröhlich, die Vorzüge hervorheben! Womöglich dem Kind auch noch seine Gefühle aufzustülpen: „Du bist so stolz, nicht wahr? Du freust dich doch so!“ Besser ist es, dem Kind zu helfen, seine Gefühle in Worte zu fassen und im Gespräch zu klären. Allein schon das Wissen, dass die Eltern auch mit Bedenken dem ersten Schultag entgegensahen, kann dem Kind das Gruseln nehmen. Manchmal braucht ein Kind aber auch Hilfe, seine Gefühle zu benennen.
Jedem ist folgendes Beispiel bekannt, das uns nun in einem kleinen Film vorgeführt wird: Mutter betritt Kinderzimmer. Kind sitzt am Computer, offensichtlich schon seit Stunden. Hausaufgaben? Noch nicht mal angefangen. Mutter, in ihrer Rolle als ‚Verantwortliche Erzieherin’, ermahnt das Kind und erinnert es an all die wunderbaren Gründe, die für ein schnelles Erledigen der Hausaufgaben sprechen. Der symbolisch erhobene Zeigefinger begleitet diese Unterweisung. Kind nimmt die Augen nicht vom Keybord, brummelt eine Antwort. Mutter strafft die Schultern und äußert ein Ultimatum. Computer aus und ran an die Schularbeiten. Kind reagiert trotzig, abweisend, schließlich wütend und stürmt aus dem Raum. Mutter ratlos. Kamera blendet aus.
Hah, denken wir: Genau das kennen wir doch! Die Szene wird noch einmal abgespult, bis zu dem Punkt, an dem das Kind brummelt: „Ich habe keine Lust, die blöden Hausaufgaben zu machen und mein Lehrer ist eh doof!“ Diesmal reagiert die Mutter aber nicht mit einer moralisch-erhebenden Ermahnung, stattdessen nimmt sie sich Zeit, die Worte des Kindes nachhallen zu lassen. Vielleicht erinnert sie sich sogar an eine ähnliche Situation in einem anderen Kinderzimmer, mit sich selbst an der Stelle des Kindes ... Sie spürt den Gefühlen ihres Kindes nach, entdeckt hinter der Unlust etwas Anderes, etwas, was das Kind vielleicht noch gar nicht so richtig ausdrücken kann. Diese Mutter sucht vorsichtig, die Gefühle ihres Kindes zu verstehen, zu interpretieren, und in Worte zu fassen. Statt mit dem unfügigen Kind zu schimpfen, und die Autoritätsperson herauszukehren, setzt sie sich neben ihr Kind. Sie streckt ihre Hand aus, streichelt ganz leicht dessen Schulter und sagt: „Es klingt so, als ob du Schwierigkeiten mit diesen Hausaufgaben und vielleicht sogar mit deinem Lehrer hast ...“ Indem die Mutter auf ihr Kind eingeht, entwickelt sich ein Dialog. Zögernd nähern Mutter und Kind sich dem wirklichen Problem. Dem Kind fällt es ganz einfach schwer, einen Anfang zu seinem Projekt zu finden. Es hat vielleicht auch die Aufgabe nicht ganz verstanden und es ist ihm peinlich, den Lehrer zu fragen.
Ein Seufzen wogt durch die Zuhörer, während wir uns alle ähnliche Umstände vorstellen, in denen wir von nun an exemplarisch, psychologisch durchgestylt und Mutter-Theresa-ähnlich unseren Kindern einen neuen Weg weisen werden. „Ja, aber ...“, meldet sich ein Vater und holt uns aus unseren Träumen zurück. So leicht ist es für berufstätige, gestresste, überfordete Eltern nicht immer, zu hören, was sich hinter den konfrontierenden Worten unserer Sprößlinge verbirgt. Eine Mutter summiert, was vielleicht viele denken: „Wenn ich meinem Fünfjährigen, wenn er grad wütend sein Peanutbutterbrot verweigert, so komme mit: ‚Liebling, du scheints dich zu ärgern ...’, dann durchschaut der mich doch sofort!“ Und mal ehrlich, haben nicht auch schon Fünfjährige Zugriff zu einem wahren Arsenal von Worten und Gesten, die sie anzuwenden wissen, wenn sie nicht ihren Willen bekommen? Und jetzt spürt man die langjährige Erfahrung und die Erkenntnisse, die Havighurst und Kehoe gesammelt und für uns zusammengefasst haben. Sie unterscheiden zum Beispiel zwischen ‚intensiven Emotionen’, die sich in Wut, Geschrei, Trampeln usw äußern. Ich erinnere mich an den ungezügelten Wutanfalll eines Zweijährigen, letztens im Supermarkt, als er seinen Lollie nicht bekam. ‚Ein Glück nicht meins’, dachte ich dankbar. In so einem Fall, meinen Havighurst und Kehoe, bringt es nichts, dem Kind mit sanften Tönen zu begegnen, denn das Kind kann ja selbst gar nicht seine starken Gefühle in durchdachten Worten ausdrücken. Da ist es am besten, dem Kind zu helfen, diese rasenden Emotionen, die es gerade spürt, zu verstehen. Kleine Kinder können ihren Frust nicht verbalisieren, aber sie können beschreiben, wo die Wut sitzt, wie es in ihrem Bauch brodelt und kocht, wie es zum Überkochen kommt!
Und so lernen wir, wie wir unseren Kindern helfen können, Ängste, Eifersucht, Furcht vorm Fremden, Angst verlassen oder enttäuscht zu werden – oder einen überwältigenden Appetit auf etwas Verbotenes wie dem Lollie im Geschäft - zu erkennen, zu beschreiben und Namen dafür zu finden. Und das, so unsere beiden Sprecher, führt mit Hilfe und Verständnis von Seiten der Eltern und Erzieher zur ‚emotionalen Intelligenz’. Denn das Unterdrücken von Emotionen, von Gefühlen kann nicht nur zu Scheuheit und Unsicherheit führen, die das Kind oft ins Erwachsenenleben trägt, sondern auch zu einer Art von Hyperaktivität, zu einem künstlichen Emotionshigh, von dem das Kind es nicht schafft, ohne Hilfe wieder herunterzukommen, oder, im schlimmsten Fall, zu Krankheiten. In fünf einfachen Schritten können wir lernen, bessere „Emotion Coaches“ zu werden:
- Werde der Emotion des Kindes gewahr
- Erkenne die Emotion des Kindes als eine Gelegenheit zur Intimität und zum Lernen
- Kommuniziere Verständnis und Anerkennung
- Hilf ihnen, Worte zu benutzen, die beschreiben, wie sie sich fühlen
- Wenn möglich, hilf ihnen, ihre Probleme zu lösen
Und ich kann mir nicht helfen, zu überlegen: Was hätte Freud von uns Emotionsdetektiven gedacht? Sicher hätte er sich die Hände gerieben, hätte er unsere Gruppe gehört, als wir uns in die Situation: ‚Ein Geschwisterchen trifft ein’ versetzen. Alle drei stimmen wir zu, dass passt am besten zu ‚Ehemann hat eine Freundin’! Oh je, gar nicht schwer fällt es uns, unsere Gefühle darzustellen. WUT steht an oberster Stelle, gefolgt von Eifersucht, Verständnislosigkeit, Vertrauensverlust, Traurigkeit, der Angst verlasssen zu werden ... usw. „Heh“, sagt dann eine (denn wir sind drei Frauen). „Das Kind kann doch eine Schwester oder einen Bruder auch freudig empfangen, oder?“ Klar, stimmen wir zu. Wenn es richtig vorbereitet worden ist, teilgenommen hat am Wachsen und am Gedeihen des Babys im Mutterleib, der Liebe der Eltern versichert worden ist ... Eben: wenn es emotional intelligent auf die Geburt vorbereitet worden ist!
Und doch nagt die kleine Stimme in meinem Hinterkopf, warum hast auch du, bei der Beschreibung dieser Situation nur an Verrat gedacht? An das Schlimmste, nämlich aus der Zuneigung deines Partners verstoßen zu werden ... Wie stark ist auch in uns Erwachsenen das Bedürfnis, in zumindest einer Beziehung ‚Die Einzige’, die ‚Auserkorene’, die ‚Geliebte’ zu sein. Die, die Liebe mit niemandem teilen muss? Ich schiebe den Gedanken resolut zur Seite, weil Havighurst und Kehoe nun die ‚Feeling Faces’ vorstellen. Einen Poster mit Gesichtern, die ganz verschiedene Gesichtsausdrücke vorstellen. Von positiven Gefühlen wie Freude, Spaß und Glück über Langeweile zu Enttäuschung und Verzweiflung. Auch diese Gesichter, die kleine Kinder ausmalen dürfen, helfen Gefühl zum Ausdruck zu bringen und Kindern zu signalisieren, es ist ganz in Ordnung mal nervös, mal ärgerlich, mal entnervt oder verständnislos zu sein! Sehr tröstlich ist auch die Versicherung, dass „Tuning into Kids“ nicht von den Eltern oder Erziehern erwartet, immer ‚eingestellt’ zu sein. Genau wie Kinder manchmal ihren Gefühlen freien Lauf lassen, ohne sich daran zu stören, wer der Empfänger ist, so ist es auch allzu leicht, für den Erwachsenen auf Autopilot zu stellen und nach dem altbekannten Schema zu reagieren. Christiane Kehoe bietet uns wieder ein Beispiel an:
Gute Freundin kommt zu Dir zu Besuch und stößt versehentlich gegen Deine Lieblingsvase, die auch prompt zerbricht! Wie reagierst Du? Lässt du deinem Entsetzen und Deinem Ärger freien Lauf? Schiltst du Deine Freundin: „Wie konntest du so unvorsichtig sein? Weißt du nicht, wieviel diese Vase mir bedeutet? Dass du auch immer so ungeschickt sein musst!“ Schickst Du sie ins Aus, um über ihr schlechtes Benehmen nachzudenken und entziehst Du ihr die Nachspeise? Hat Deine Stimme einen schrillen Ton erreicht, die Lautstärke sich um mehrere Dezibel erhöht? Oder schluckst Du schnell deine aufwallenden Gefühle, versicherst ihr, dass das schließlich jedem passieren könnte, dass es ja ‚nur’ eine Vase war, dass sie Dir sowieso nicht so sehr gefiel? In anderen Worten: Versetzt Du dich in Deine Freundin, spürst ihr Entsetzen, die Peinlichkeit, die sie jetzt empfindet, und fängst Du sie liebevoll auf? Die meisten von uns bekehren sich zur zweiten Variante. „Aber“, fragt Kehoe, „was wäre passiert, hätte eins Eurer Kinder das gute Stück zerbrochen?“ Wir geben uns geschlagen! Und das ist ein guter Tipp: „Behandelt Eure Kinder wie Eure Freunde!“ Und vielleicht, wie Ihr von Euren Freunden behandelt werden möchtet. Kehoe stresst noch einmal, wie wichtig Verständnis und Empathie im Umgang mit Kindern sind. Nicht immer können wir praktisch helfen, einige Probleme lassen sich nicht lösen, aber wir können da sein, und wir können zuhören. Und ist das nicht genau die Rolle, die unsere beste Freundin in unseren Leben spielt?
Der Vortrag ist offiziell beendet, aber die Diskussionen, die Gespräche halten an. Viel zum Nachdenken haben wir mitbekommen. Und wir nehmen den Eindruck mit nach Hause, dass diese Schule neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen ist, genau wie sie auch Freunden und Fremden herzlich ihre Türen öffnet. Ich werde die DSM Speaker Series im Auge behalten und wieder teilnehmen – beim nächsten Mal sogar als „die Vorleserin“! ** Interessant war es, und Spaß gemacht hat es auch.
**DSM Speaker Series
„Die Frau des Marschbauern“
Vorgelesen von der Autorin
Sabine Nielsen
mit einer Dia-Show
und
Kaffeetrinken wie beim Marschbauern
von der Kuchentheke
Mittwoch, 28. Juli, 19.30 Uhr
Eintritt eine Gold Coin Donation
Deutsche Schule Melbourne 9489 9364
96 Barkly Street North Fitzroy
www.dsm.org.au und Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Mindful - Centre for Training and Research in Developmental Health
www.mindful.org.au und www.tuningintokids.org.au
* When Lester Lost His Cool
Havighurst, S. S. (illustrated by Geoffrey Ricardo), 2006
* Tuning In Kids: Emotionally Intelligent Parenting: Program Manual Havighurst, S. S. & Harley, A., 2007. The University of Melbourne
Sabine Nielsen ist die Autorin einer Reihe von 'Cold Cases' - Handlungsort: die Insel Föhr
Sabine Nielsen
PO Box 8036
Armadale VIC 3143
AUSTRALIA
E
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www.autor-sabinenielsen.com
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